Sonntag, 10. September 2023

Trinkhalle ohne Trinkwasser

 

Trinkhalle und das Drama ums Wasser

 

Um es vorwegzunehmen: Ich bin absolut begeistert, welch eine überwältigende Vielfalt an Angeboten es in Baden-Baden zur Nacht und zum Tag des offenen Denkmals (9. und 10. September 2023) gibt, bzw. gegeben hat. Das war sensationell, fast ein wenig überfordernd. Toll. Da war für jeden etwas (etwas? viel!) dabei.

 


Mich hat gestern die Vergangenheit eingeholt, als ich mir ansehen wollte, ob und wie es nun eigentlich mit unserer verwaisten, leeren Trinkhalle weitergeht. Siehe da, man hatte eine Art Weltkultur-Erbe-Infozentrum eingerichtet. Mit kleinen Video-Einspielungen in Endlosschleife, Stehtischen und langen Theken für Info-Material und persönliche Erklärungen – und Touristen, die ratlos in der Trinkhalle herumirrten, verwirrt über die widersprüchlichen Informationen, die sich hier boten:

  • Der Name: Trinkhalle.
  • Der Brunnen: fließend.
  • Das Trinkgefäß: Fehlend
  • Das Schild: „Kein Trinkwasser“.
  • Also – Händewaschen?

Sollen wir die Trinkhalle etwa umbenennen in Waschhalle? (kleiner Scherz, bitterer Kern)

 


 

Im Ernst: Ja, ich weiß, die BKV (Bäder- und Kurverwaltung, mit Sitz in Stuttgart) meint es nur gut mit uns störrischen Baden-Badenern und unserer Liebe zum Wasser, egal wie es nun heißt: Thermalwasser, Heilwasser, Trinkwasser.... Man gehe bitte in die Geschichte zurück: Jahrhundertelang hat man es hier getrunken, man kam von weither, um sich an dem Wasser zu laben, auch wenn es scheußlich schmeckt und man ganz sicher keine Liter davon herunterbekommt.

Und ich kenne die unendliche neuere Geschichte ums Trink- äh- Thermalwasser, über die ich mir schon vor vielen Jahren die Finger wund geschrieben habe. => https://forum-baden-baden.blogspot.com/p/thermalwasser.html

Dennoch blutet mir das Herz, wenn ich die ratlosen Gesichter unser vielen Touristen sehe, die am Brünnlein stehen und sich die Hände reiben... aber noch mehr, wenn ich der nutzlosen, leeren Trinkhalle stehe, die mal als Welterbe-Zentrum zur Debatte stand, aber nun längst einer neuen Verwendung zugeführt werden müsste. Man kann doch so ein Denkmal nicht über Jahre leer stehen lassen!

 


Wie wäre es, wenn man wieder alles auf „Null“ setzt, und die Tourist-Info und den Ticket-Service zurückverlegt? Die beiden Stellen hatten ja früher ihre Heimat in der Trinkhalle und wurden gut angenommen, und eine Barrierefreiheit könnte hier auch besser realisiert werden als in den engen neuen Räumlichkeiten in den Kolonnaden. Mal zum Nachdenken! 

Eines ist jedenfalls sicher: Fortsetzung folgt!