Jetzt wird das Klinikum Mittelbaden selbst zum Notfall. Am Freitag, 12. Juni, werden sowohl in Balg als auch in Rastatt von 11 bis 13 Uhr die Haupteingänge symbolisch geschlossen. (Behandelt werden wir natürlich trotzdem.) Die Hintergründe.
Hier bloggt Rita Hampp über Themen der Stadt
Jetzt wird das Klinikum Mittelbaden selbst zum Notfall. Am Freitag, 12. Juni, werden sowohl in Balg als auch in Rastatt von 11 bis 13 Uhr die Haupteingänge symbolisch geschlossen. (Behandelt werden wir natürlich trotzdem.) Die Hintergründe.
Seit September dürfen wir Bürger uns in Gemeinderatssitzungen nicht mehr zu aktuellen Themen zu Wort melden, nachdem es jahrelang problemlos geklappt hatte. Dieser "Maulkorb-Beschluss" hat bereits zu einigem Verdruss geführt. Auf Antrag der FDP wird sich am Montag, 15. September, der "Hauptausschuss" daher noch einmal mit dem Thema beschäftigen. Die Verwaltung hat sich im Vorfeld viel Mühe gegeben, zu erklären, wie es dazu gekommen war und dass wir Bürger kein Anrecht auf ein aktuelles Rederecht haben, dass im Gegenteil die freie Meinungsbildung und Entscheidungsfindung der Stadträte durch unsere Wortbeiträge gefährdet werden könnten. Wir könnten ja - wenn wir denn rechtzeitig die bevorstehende Tagesordnung der Gemeinderatssitzung erfahren - vor den Sitzungen die einzelnen Fraktionen kontaktieren oder Leserbriefe schreiben, heißt es in der Beschlussvorlage, in der dem Ausschuss vorgeschlagen wird, es bei der Regelung zu belassen. Ausgangspunkt waren tatsächlich die ausufernden Redebeiträge und Unmutsbekundungen aus dem Publikum letztes Jahr, vor allem in Sachen Zentralklinikum. Das Maulkorb-Thema soll nur im Ausschuss beraten und beschlossen werden, eine Diskussion im großen Plenum ist leider nicht vorgesehen.
Was für ein Ärgernis! Im November 2024 ist ein Teil einer Stützmauer in der unteren Frembergstraße eingestürzt, Fußgänger können die - notdürftig gesicherte - Stelle nicht passieren, sondern müssen die belebte Staße überqueren, aber geschehen ist seitdem - nichts. Jedenfalls nichts Sichtbares. Hinter den Kulissen wird allerdings verhandelt und gestritten. Die Eigentümer des Grundstücks lehnen es ab, die denkmalgeschützte Mauer wieder aufzubauen, die Stadt möchte die Sache grundsätzlich geklärt haben. Jetzt gab es ein - vorläufig erstes! - Gerichtsurteil.
Ich war gerade mit jemandem im Krankenhaus Bühl, das ja zum Klinikum Mittelbaden gehört, und ich bin total erschrocken, denn ich kam mir vor wie in einer Geisterklinik: Leere Gänge, leere Stationen, leere Zimmer, Personal, das nicht weiß, was und wie ihm geschieht... Ganz abgesehen von der derzeitigen unseligen Diskussion über das neue Zentralklinikum - das unrentable Haus in Bühl wird Ende des Jahres "aufgegeben", und das ist auch gut so. Aber: Wie gibt man eine Klinik einfach auf? Sucht man Käufer? Mieter? Schließt man einfach ab? Hat man einen Plan? Gibt es Interessenten? Könnte durch einen Verkauf sogar Geld in die Kassen fließen? Wir wissen es nicht. Stattdessen - eine nichtssagende Pressemitteilung über die jüngste nicht öffentliche Aufsichtsratssitzung...
Extra-Tipp für Samstag, 6. Juni: Weltpremieren-Lesung mit Kölsch und viel Humor. 19.30 Uhr, Eulennest.
Die Drehbuchautoren René Förder und Stephan Pächer (Wilsberg, Pastewka, Morden im Norden, Großstadtrevier) stellen ihren Krimi "Toni Kölsch - ausgelöscht" vor, der noch gar nicht erschienen ist, und sie werden dabei von humoristischen Größen aus Baden-Baden unterstützt.
Anmeldung: info@buchhandlung-eulennest.de
Achtung: Afterwork-Party morgen vorm Rizzi ist abgesagt!
Aber es gibt für jeden Geschmack genug zu erleben in Baden-Baden, und dies ist nur eine sehr kleine Auswahl:
Andreas Kümmert im Wandelgang,
Tango,
Welterbe-Velo,
Stummfilm,
Rosenführung,
Opernakademie im Brenners,
Jazz-Afternoon im Porsche-Studio,
Tanztee wie aus dem 19. Jahrhundert
und, und, und...
Meine persönlichen Tipps für die Woche und das kommende lange Wochenende.
"Bye-bye Theater?" Wer sagt denn so was!
In den Haushaltsreden hatte kürzlich ein Stadtrat der FBB die Idee, wir könnten uns unser Theater bald nicht mehr leisten - wegen mangelnder Außenwirkung. Und das BT ist gestern auf den Zug draufgesprungen. "Bye-bye Theater!?", tituliert es. - Hallo??
Das Theater spart, wo es nur geht, das Stadtratsgremium hat letztes Jahr noch grünes Licht für diese Bemühungen gegeben, der neue Intendant Simon Meienreis wird ab Herbst verstärkt Fördertöpfe anzapfen und bringt noch mehr Sparideen mit - und nun das? Ich sage: Hört auf zu zündeln! Wir brauchen konstruktive Ideen und vor allem einen gesellschaftlichen Zusammenschluss, um unser Theater zu erhalten. Und jeder kann einen Beitrag dazu leisten: Kauft eine Karte, geht rein, lasst euch mitreißen vom Können und von der Spielfreude des Ensembles. Auch das Theater gehört zum Welterbe!