Es geht heute um viel Geld. Der Verlustausgleich 2025 ans Klinikum steht auf der Tagesordnung des Hauptausschusses, ebenso der Geschäftsbericht der Tourismus-Chefin. Beides mündliche Vorträge. Und in der Regel werden solche Vorträge auch anschließend nicht öffentlich ins Netz gestellt. Ein Ärgernis, finde ich. Wie wäre es denn endlich mal mit streaming? Dann könnten auch Berufstätige die Sitzungen verfolgen.
Alles neu, beziehungsweise alles soll gerettet werden... Der neue Intendant des "Stadttheater Europas" geht neue Wege, um ein neues (sprich: zusätzliches) Publikum anzusprechen. Umgebautes Kulissenhaus (niemand muss mehr im Regen stehen), ungewohnte Formate, Experimente, hochaktuelle Gastspiele. Ein Blick ins neu gestaltete Programmheft oder auf die neue, noch ungewohnte Webseite gibt einen kleinen Vorgeschmack und soll altbewährten und eben auch neuen Zuschauern auf den Geschmack bringen, denn frisches Blut (sprich: Geld) tut wahrlich Not: Auf 8,16 Millionen Euro beliefen sich die Ausgaben für unser Theater im letzten Jahr. 4,1 Millionen kamen durch BKV-Zuschüsse zurück, 0,8 Millionen Euro durch eigene Einnahmen. Bleiben 3,3 Millionen Euro, die die Stadt Baden-Baden schultern muss. Diese Zahlen kann man zum einen noch weiter schönreden, wie dies kürzlich der Vorsitzende des Freundeskreises Lichtentaler Allee, Bernd Gussmann, getan hat. Man sollte aber auch einen Blick über den reinen Zahlenrand hinweg werfen!
Auf leisen Sohlen greifen in unserer Region invasive Arten um sich und bedrohen die Vielfalt unserer Tier- und Pflanzenwelt. Viel ausrichten kann man dagegen nicht, wie der Forst-, Umwelt- und Klimaausschuss am Mittwoch in seiner Sitzung erfuhr. Vier Beispiele wurden vorgestellt, und ich habe mich ziemlich gegruselt, als ich mir vorstellte, wie monoton unsere Natur in ein paar Jahren aussehen könnte. Und dann beschäftigte sich der Ausschuss noch mit einer weiteren bedrohten Spezies....
Demnächst wird die neue Polizeiverordnung für Baden-Baden im Gemeinderat beraten und beschlossen. Ich verrate euch, WAS ihr (beziehungsweise die anderen!) nicht dürft, und vor allem, WO (Allee, Augustaplatz, Bahnhof) ihr das nicht dürft. Denn das wird nun klar geregelt. Bei Fehlverhalten kann es Knöllchen von 5 bis 5000 Euro geben. Kann! Denn davor steht natürlich viel Aufklärung und gutes Zureden. Link zur Beschlussvorlage findet ihr unten.
Glück für die Feuerwehr Baden-Baden: Die Stadt bekommt überraschend die Möglichkeit, das Riverty-Gelände in unmittelbarer Nähe der Hauptwache zu kaufen und hier Berufsfeuerwehr, neue Fahrzeughallen, Verwaltung und integrierte Leitstelle unterzubringen. Ein dringend notwendiger Neubau war schon lange im Gespräch, hätte aber über 100 Millionen Euro gekostet - unerschwinglich in Zeiten knapper Kassen. Die neuen Pläne können nun umgesetzt werden, ohne dass es den städtischen Haushalt auch nur einen müden Euro kosten würde, denn die Mittel kämen direkt vom Bund. Der bisherige Standort in der Schwarzwaldstraße könnte dann den Freiwilligen Feuerwehren Stadtmitte, Balg und Oos dienen. Die städtische GSE erwirbt weitere Riverty-Gebäude, und verpachtet Teile wieder zurück. Die ganze Aktion wird möglich, weil die 700 Riverty-Angestellten mittlerweile zu 80 Prozent im Home-Office arbeiten und außerdem, wie ich soeben noch erfahren habe, eine weitere Firma bereits aus diesem Bürokomplex ausgezogen ist. Das letzte Wort hat der Bauausschuss, der nächste Woche tagt und der Änderung des bestehenden Bebauungsplans zustimmen müsste. An der Genehmigung zweifelt aber vermutlich niemand.
25 Jahre gibt es den Verein Stadtbild nun schon. Immer kritisch bis streitbar, immer aufmerksam, wenn es um den Erhalt der Baukultur in Baden-Baden geht. Letztes Jahr gingen die MItglieder durch stürmisches Wasser einer versuchten - sagen wir mal, unfreundlichen - Übernahme, aber nun läuft alles wieder in gewohnten Bahnen. Kritik gibt es weiterhin - zum Beispiel an der neuen Webseite der Stadt Baden-Baden.
Hier geht es zur offiziellen (!) Webseite des VEreins Stadtbild Baden-Baden =>
Die Kreuzstraße ist nach der Sanierung doch richtig schön geworden! Das neue Pflaster lädt zum Flanieren ein, die Außenbestuhlung der Lokale wirkt einladend, und niemand mag sich wohl mehr vorstellen, dass sich durch diese kleine und hübsche Gasse einstmals der Verkehr gequält hat. I-Tüpfelchen werden nun noch vier neue Bäume werden, deren Pflanzgruben bereits ausgehoben sind. Was zu einer kleinen Aufregung im Verein Stadtbild sorgte, weil man dort der Meinung war, die Stadt habe kein Geld für die Bäume, die 450 Euro pro Stück kosteten. Dem ist nicht so, ganz im Gegenteil. Eigentlich standen Mittel aus dem Sanierungsprogramm "südliche Neustadt" bereit, aber dann sind Bürger an den Gartenamtsleiter herangetreten, die drei der Bäume finanzieren wollten. Baumpatenschaft Nummer 4 wird nun der Verein Stadtbild übernehmen. Und wie zu hören war, nimmt das Gartenamt jederzeit gerne weitere Baumspenden entgegen.