Jetzt ist es amtlich: Der Gemeindewahlausschuss hat gestern festgestellt: Acht Kandidaten sind zur Wahl des Oberbürgermeisters von Baden-Baden zugelassen. 14 waren es ingesamt, einige haben freiwillig zurückgezogen, andere wurden wegen fehlender bzw. fehlerhafter Unterstützerunterschriften nicht zugelassen. Und es gab noch einen Überraschungskandidaten.
Gestern kamen erstmals die vier aussichtsreichsten Bewerber auf den Posten des Oberbürgermeisters für Baden-Baden zusammen. Die FBB hatte spontan eine Befragung organisiert und in einem Hauruck-Verfahren den Löwensaal organisiert. Hat sich gelohnt, über 250 Leute kamen. Die Kandidaten Lencke Wischhusen, Alexander Arpaschi, Thomas Jung und Stefan Hertweck standen zwei Stunden lang Rede und Antwort. Hier meine Analyse.
Hallo Baden-Baden! Heute eine kleine Analyse eines Artikels im Badischen Tagblatt zum Thema Klinikum. Allein im letzten Jahr hat das Klinikum Mittelbaden 23 Millionen Euro Verlust gemacht. 40 Prozent davon gehen vertragsbedingt zulasten der Stadt Baden-Baden. Also werden nun Standorte aufgegeben und verkauft. Außerdem gibt es ein Einsparpotenzial von 11 Millionen Euro, sechs davon im Personalbereich. Entlassungen soll es aber nicht geben.
Zehn Kandidaten haben sich nun also im Rennen um den Oberbürgermeistenposten in Baden-Baden beworben. Absolut keiner kann einschlägige Erfahrungen vorweisen. Drei von ihnen sind bereits sehr aktiv und im Stadtgeschehen präsent, und werden ebreits hoch gehandelt. Die sieben weiteren habe ich mir heute mal näher angeguckt und frage mich wirklich, wie man auf die Idee kommen kann, sich für so ein vranwortungsvolles Amt zu bewerben...
Die Wellen schlagen hoch. Das Automatenspiel, seit 1996 im Keller des Kurhauses Baden-Baden angesiedelt, soll gerade um 40 auf 184 Automaten erweitert werden. Dafür werden zwei Nebenzimmer im ehemaligen, zur Zeit leerstehenden Restaurantbereich geopfert, alles soll aufwändig umgebaut werden, mit neuer Treppe und eigenem Aufzug. Aber warum? Es ist nicht so, dass die Kellerräume ständig überfüllt wären, und schon jetzt spült das vorhandene Automatenspiel viel Geld in die Kassen der BKV und damit indirekt über die Spielbankabgabe nach Baden-Baden. Diese Fragen stellen wir Bürger uns zurzeit, denn irgendwie passen ja das elegante Spielcasino in unserem Kurhaus (Welterbe-Wahrzeichen) und eine Spielhölle wie in Las Vegas gar nicht zusammen, auch das Publikum ist unterschiedlich.
Leider ist alle Aufregung umsonst, weil die BKV und damit auch das Finanzministerium in Stuttgart bereits den Umbau beschlossen und begonnen hat - ohne es für nötig zu halten, der Öfefentlichkeit die Notwendigkeit nahezubringen. Ich habe mich im Automatenkeller umgesehen. Hier meine Meinung.
Was für ein Chaos in unserem Kurhaus - das allerdings nicht der Stadt Baden-Baden, sondern der BKV des Landes Baden-Württemberg gehört. Restaurant - seit Monaten geschlossen. Bel Etage - neuer Pächter ausgeschrieben, der nur nach Bilanzen bewertet werden soll. Und werden auch noch im Erdgeschoss des Welterbe-Kurhauses auch noch Spielautomaten aufgestellt...
Jetzt beginnen die kleinen Nickligkeiten (= kleinen Gemeinheiten/Sticheleien laut Duden) eines Wahlkampfes.
Da gibt es einen OB-Kandidaten, der sagt, er sei parteilos. Aber plötzlich taucht ein älteres Foto auf, das ihn zusammen mit Abgeordneten der CDU zeigt und dem Titel "willkommen in der CDU Baden-Württemberg". Große Aufregung, und der Kandidat muss sich erklären. Was soll er anders sagen, als dass er parteilos ist? Dass es aber ein Treffen mit CDU-Leuten in Stuttgart gegeben hat. Er ist Journalist - da gibt es bestimmt viele andere Fotos von ihm in Gesellschaft von... Und überhaupt, die CDU ist doch keine rechts- oder linksextreme Schmuddelpartei! Im Gegenteil: Wünscht sich Baden-Baden nicht jemanden, die oder der gute Kontakte nach Stuttgart hegt und pflegt? Dabei geht es immerhin um viel Geld für die Stadt...