Langwierige Operation am
offenen (Verkehrs-)Herzen
Es
wird eine langwierige Operation am offenen (Verkehrs-)Herzen der Stadt:
Ab 2028 wird unser "Tausendfüßler", die Oostalbrücke der B 500,
abgerissen und neu gebaut.
Gestern in der Gemeinderatssitzung gab es eine erste, leider wieder mal nur mündliche Vorstellung der Pläne durch Vertreter des Regierungspräsidiums und des Planungskonsortiums.
Hier
ein paar Eckdaten: Ganz wichtig: Die Baumaßnahme ist Bundessache, sie
kostet die Stadt also keinen Cent - es sei denn... aber dazu später.
Die Brücke stammt aus dem Jahr 1958
Sie ist rund 400 Meter lang und besteht - zum Glück! - aus zwei Teilstücken.
Sie
ist in einem schlechten Zustand, wie auch schon erste Risse zeigen.
Zustandszahl 3,3 von 4 (Zum Vergleich: Hindenburgplatz hatte 3,5)
Traglastindex 5 von 5, also katastrophal, und ein Neubau ist unumgänglich.
Die Baukosten werden derzeit auf 33 Millionen Euro geschätzt.
Bauzeit beträgt 54 Monate!!!
Allein die Planungszeit davor dauert stolze 40 Monate.
Die
Planungen sollen Ende 2027 abgeschlossen sein, dann erfolgen die
Ausschreibungen, und wenn alles gut läuft, kann der Baubeginn 2028
erfolgen.
Die Maßnahme wird mit den städtischen Bauvorhaben (Hindenburgplatz/Michaelstunnel) koordiniert.
Da
die Brücke aus zwei eigenständigen Teilstücken mit je zwei Spuren
besteht, wird erst die eine Fahrbahn abgerissen und neu gebaut, dann die
andere.
Der
Verkehr wird während der gesamten Maßnahme im einspurigen Gegenverkehr
fließen - oder auch nicht. Staus sind zu Spitzenzeiten zu erwarten.
Umleitungsstrecken sind schon angedacht: Schwarzwaldstraße, Rheinstraße,
und für den Fernverkehr Steinbach oder Bühlertal (was sofort auf
Protest aus dem Gemeinderat traf)
Der Radweg unter der Brücke soll nach Möglichkeit nicht tangiert werden.
Die
direkten Anwohner unter oder dicht neben der Brücke werden bereits
heute vorab in einer Versammlung informiert, sie sorgen sich vor allem
um ihre Bausubstanz, bzw. wie sie im Notfall entschädigt werden, falls
ihre Häuser wieder Erwarten eben doch durch Erschütterungen etc. Schaden
nehmen. Dazu
Der
Abriss soll Stück für Stück erfolgen, ein Traggerüst soll die Häuser
vor evtl herabfallenden Teilen (die es aber nicht geben darf und soll)
schützen, beim Abbruch der Pfeiler werden schützende Staubwänden
errichtet. Es wird vorher und nachher Gutachten geben.
Es
wird sich um einen 1:1 Ersatz-Neubau handeln, es wird also keine
Verschlechterung geben, aber eben auch keine Verbesserung. Das bedeutet:
Der bisher in Teilen fehlende Lärmschutz wird nicht vom Bund
aufgestockt. Wenn die Stadt die neuen Wohngebäude direkt an der Brücke
vor Lärm schützen will, müsste sie die erforderlichen Maßnahmen/Wände
selber bezahlen. - Aber da ist das letzte Wort noch nicht gesprochen,
wenn ich den Widerstand von Stadtverwaltung und Gemeinderat richtig
deute.
Also,
das wird alles noch eine Weile dauern, aber es ist ja schon mal gut,
dass so frühzeitig erste Infos herausgegeben wurden. Umfassende
Information ist fester Bestandteil des Projekts und wird ernst genommen,
es werden noch viele Flyer, Versammlungen und Gespräche folgen.

