Mit Sorge lese ich gerade, dass es offenbar zurzeit vermehrt Übergriffe auf Autos mit ukrainischen Kennzeichen in der Stadt gibt.
Das Programm der Aktion "Bus der Habseligkeiten" bietet, finde ich, eine gute Plattform, derartige Taten mit Solidarität und gesellschaftlichem Zusammenhalt zu beantworten. Zum Beispiel kommenden Samstag bei einem Simultan-Dame-Spiel. Alexander Bleicher, ein Meister im Damespiel, stellt sich von 15 bis 17 Uhr am Stadtmuseum der Herausforderung!
In Baden-Baden gibt es übrigens aktuell 1800 Menschen, die seit 2022 vor dem Angriffskrieg in der Ukraine geflohen sind. Unterstützung erfahren sie zumeist von den postsowjetischen Spätaussiedlern und jüdischen Kontingendflüchtlingen, die in den 1990er Jahren nach Baden-Baden kamen und inzwischen zehn Prozent der Gesamtbevölkerung ausmachen. Die Zahlen habe ich aus dem Booklet, das bei der Aktion "Museum to go - Bus der Habseligkeiten" verteilt wird. Es lohnt sich, einen Blick hineinzuwerfen, denn es schildert nicht nur Einzelschicksale der Geflüchteten und Zuwanderer, sondern gibt auch Auskunft über die Historie, die 1763 begann, als Zarin Katharina II mit Religionsfreiheit, Selbstverwaltung und Befreiung vom Kriegsdienst warb und so im 18. und 19 Jahrhundert mehr als 100 000 Deutsche nach Russland lockte.