Mittwoch, 28. November 2018

Menschenrechte


70 Jahre Menschenrechtserklärung
Gedenkgottesdienst am 9. Dezember

Die Gruppe Amnesty International Baden-Baden lädt zusammen mit Pfarrer Timo Vocke von der altkatholischen Gemeinde am 2. Advent zu einer besonderen Veranstaltung ein: Mit einem Gottesdienst will man am Sonntag, 9. Dezember, um 10 Uhr in der Spitalkirche in Baden-Baden des Jahrestages 70 Jahre Allgemeine Erklärung der Menschenrechte erinnern. 

 


Schon jetzt läuft in der kleinen Spitalkirche neben der Caracalla-Therme eine Mitmach-Aktion: „Was bedeuten dir die Menschenrechte?“, an der sich jeder beteiligen kann. Die Aktion wird bereits gut angenommen, und viele Zettel in vielen Sprachen hängen inzwischen an der Wand. Ausgewählte Texte werden in den Gottesdienst eingebaut. Dort liegt auch eine Jubiläumsausgabe der Broschüre mit den 30 Artikeln der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte aus.

Am 10. Dezember 1948 wurde die „Allgemeine Erklärung der Menschenrechte“ von der Generalversammlung der Vereinten Nationen ((UN) in Paris verabschiedet – mit 48 Ja- Stimmen, keiner Gegenstimme und 8 Enthaltungen, darunter Saudi-Arabien und Polen. Ein historischer Moment, in dem jedem Menschen - weltweit und unabhängig von Hautfarbe, Geschlecht, Sprache, Religion, politischer Anschauung, sozialem Status, ethnischer und sozialer Herkunft - die gleichen Rechte und Freiheiten zugesichert wurden. 
 
Wie viele Artikel enthält diese Erklärung? Kennen Sie einige Menschenrechte? Und was bedeuten sie Ihnen? - Amnesty International setzt sich weltweit seit 1961 für die Menschenrechte ein. Die Gruppe Baden-Baden schließt sich der bundesweiten Aktion zum 70. Jahrestag an und nimmt ihn zum Anlass, an die 30 Artikel der Erklärung zu erinnern und sie wieder ins Gedächtnis zu rufen. 
 
Wie sieht es heute weltweit mit der Einhaltung der Menschenrechte aus?
  • -  Staaten schotten sich ab und befestigen Grenzen, um Schutzsuchende nicht aufnehmen zu müssen
  • -  Im ersten Halbjahr 2018 sind ca. 1.500 Flüchtlinge auf dem Mittelmeer ertrunken. - Bei einer Pegida Demonstration in Dresden skandierten Menschen „Absaufen! Absaufen!“,
    als der Konflikt um ein Rettungsschiff erwähnt wurde
  • -  Ethnische Minderheiten wie die Rohingya in Myanmar werden systematisch verfolgt und ermordet
  • -  weltweit werden Menschenrechtsaktivisten ohne Gerichtsverfahren inhaftiert, gefoltert und nicht medizinisch versorgt
  • -  in der Türkei sitzen rund 150 türkische Journalisten, Schriftsteller und andere politische Gefangene im Gefängnis – häufig wegen angeblicher Terrorunterstützung, ohne Beweise oder Anklageschrift

Als die deutsch-türkische Journalistin Mesale Tolu, die durch politischen und wirtschaftlichen Druck auf die Türkei freikam, sagte sie: „Wenn du dir etwas, das dein Recht ist, zurückholen musst, dann bist du kein Sieger, dann bist du bestohlen worden. Wir haben einfach nur unsere Freiheit zurückerlangt.“ - In ihrem Fall war das gestohlene Recht das Recht auf freie Meinungsäußerung.

Es scheint wichtiger denn je, gerade zum gegenwärtigen Zeitpunkt auf die Situation der Menschenrechte aufmerksam zu machen und über die grundlegenden Rechte eines jeden Menschen zu informieren. Und nicht nur das: Amnesty International will AUFRUFEN, für die Rechte einzutreten und sie zu verteidigen.