Dienstag, 13. November 2018

Baden-Baden-hilft.de


Neustart für die Online-Spendenplattform
Für alle Vereine, die Unterstützung brauchen

600 Vereine gibt es in der Stadt, fast jeder zweite Baden-Badener ist nach einer Umfrage ehrenamtlich tätig. Das sind Zahlen, die für eine Stadt unserer Größe ungewöhnlich sind. Und so ist es nur folgerichtig, dass man sich nicht nur seitens der Verwaltung viele Gedanken macht, wie man diese Ehrenamtlichen fördert, ehrt aber auch neue Freiwillige gewinnt. Denn gerade bei einer so großen Anzahl an Vereinen kommt eine Stadt mit begrenzter Einwohnerzahl schnell an ihre Grenzen, immer wieder werden Freiwillige gesucht, die in den Vereinen Ämter übernehmen, aber kaum jemand ist heutzutage noch bereit, sich im Ehrenamt langfristig zu binden. Kurzfristiges Engagement ist einfacher zu rekrutieren.

Deshalb hat sich die Bürgerstiftung schon vor 12 Jahren Gedanken gemacht, wie man die Kräfte besser bündelt – 2006 wurde die Ehrenamtsbörse aus der Taufe gehoben, gehegt, gepflegt und immer weiterentwickelt. 2016 wurde sie in eine online-Plattform umgewandelt, die es unter dem Namen „Baden hilft“ den Vereinen nicht nur ermöglichte, Zeitspenden zu sammeln, sondern auch um Geld- und Sachspenden zu bitten. 

Hier geht es zu meinem Blogeintrag über den Start jener Seite => 
KLICK

Die Pflege der Seite war extrem zeitaufwendig, und dann kam noch das allgemeine Desaster mit der neuen Datenschutzverordnung dazu – das war dann selbst dem umtriebigen Justus Kindermann von der Bürgerstiftung zu viel, der das "Baby" persönlich entwickelt hatte. 


Justus Kindermann mit ersten Entwürfen zur Seite...


Achtung, copyright!


Aber auch er machte das alles natürlich ebenfalls ehrenamtlich und stieß nun an seine Grenzen. Die Folge: Die Seite wurde bereits ein Jahr später eingestellt. Was für ein Jammer!

Nun aber hat sich alles zum Guten gewendet. Die Stadt Baden-Baden hat die guten Zeichen der Zeit erkannt, und man hat eine neue Stelle geschaffen: Seit Sommer hat Baden-Baden eine „Ehrenamtsbeauftragte“, Ricarda Feurer. Die ausgebildete Sportmanagerin ist gebürtige Baden-Badenerin und nahm die Aufgabe von der ersten Minute sportlich. 

Sie kontaktierte alle Vereine, was sich als durchaus mühsam erwies, weil manche völlig veraltete Webauftritte haben und einige der dort verzeichneten Ansprechpartner zum Teil schon verstorben sind, aber das bremste ihren Elan nicht. Gerne und tatkräftig nahm sie auch die Ehrenamtsbörsen-Plattform der Bürgerstiftung unter ihre Fittiche! Zunächst wurde die Webseite neu mit dem Internetauftritt der Stadtverwaltung verlinkt, denn nicht nur der Betreiber ändert sich nun (Ricarda Feurer will die Seite in Eigenregie pflegen), auch der Name wurde den Gegebenheiten angepasst, und wie im historischen Vorbild bekam das Baden ein weiteres Baden zu Seite gestellt, so dass der Auftritt nun „Baden-Baden-hilft“ heißt. Wer heute draufklickt, wird allerdings vielleicht enttäuscht sein – noch stehen nicht viele, bzw. keine Anfragen auf der Seite, obwohl die Vorgängerseite gut gefüllt war. Aber diese Inhalte lassen sich halt – Achtung: Datenschutz! - nicht so einfach von A nach B tragen. Aber das wird sich schnell ändern, und schon heute, einen Tag nach der gestrigen Pressekonferenz, sind die ersten Suchanzeigen online.


Seite Seite "über uns" auf der neuen Plattform


Wie wichtig der Stadt das Thema Ehrenamt ist, zeigte sich auch daran, dass Oberbürgermeisterin Margret Mergen es sich nicht nehmen ließ, selbst zur Pressekonferenz zu erscheinen, auf der gestern der Öffentlichkeit der Wandel präsentiert wurde. Der Vorstandsvorsitzende der Bürgerstiftung, Andreas Büchler, betonte, er habe zum Beispiel beim kunterbunten Kinderspaß, den die Bürgerstiftung alljährlich vor dem Kurhaus organisiert, erfahren, dass die Ehrenamtlichen gern wahrgenommen werden wollen, „das ist ihr Lohn“.

Justus Kindermann, stellvertretender Vorstandsvorsitzender der Bürgerstiftung, erläuterte noch einmal im Schnelldurchgang den Werdegang der Plattform und gab dann, sichtlich frohen Herzens, sein „Baby“ in die Hände von Ricarda Feurer, und Andreas Büchler freute sich, dass die Bürgerstiftung nun wieder die Hände frei habe für neue Projekte.

Auch Ricarda Feurer treiben bereits neue Ideen um: Sie träumt von einer Vernetzung der Vereine untereinander, um den organisatorischen Aufwand, zum Beispiel bei Vereinsfesten, zu minimieren. „Der eine Verein hat vielleicht ein Festzelt, der andere einen großen Grill, der nächste eine gute Musikanlage...“ Da ließen doch sicher Ressourcen verknüpfen. Sie wird sich also nicht nur um die Plattform kümmern.

OB Mergen umriss schon mal, wo Hilfe Not tut: Gerade die Ehrenamtlichen in den Vereinen – und das sind nicht immer nur die Vorstände, die auf den Zeitungsfotos vorne stehen – kämpften zum Beispiel bei der Ausrichtung von Festen im öffentlichem Raum mit schier unendlichen Hindernissen: Absperrgitter, Zutatenliste fürdie dargereichten Speisen, Hygiene, Sicherheit, Steuern, Versicherungen … da ist man als ehrenamtlicher nach Feierabend schnell überfordert. Auch hier wird die neue Ehrenamtsbeauftragte gerne in praktischer Alltagshilfe unterstützen..

Das offizielle Pressefoto zum Start. Von links: Uwe Schnurr (Finanzvorstand Bürgerstiftung), Ricarda Feurer, Justus Kindermann, OB Margret Mergen und Andreas Büchler

Wie funktioniert nun die Ehrenamtsbörse? Alle eingetragenen Organisationen, Vereine, oder Einrichtungen, die gemeinnützig, mildtätig oder kulturelle Ziele in Baden-Baden verfolgen, können auf der Seite Einträge bekommen. Dazu muss ein online-Formular ausgefüllt werden, das die Ehrenamtsbeauftragte prüft, bevor sie es einstellt. Auch kümmert sie sie sich darum, dass die Aufrufe nicht zu lange stehen bleiben, sondern aktualisiert beziehungsweise wieder herausgenommen werden, wenn der Zweck erreicht wurde. Wer nicht genau weiß, ob sein Anliegen für die Seite geeignet ist oder Schwierigkeiten oder Fragen hat, kannn sich jederzeit direkt mit ihr in Verbindung setzen:
Tel.: 07221- 93-2005

Webseite: www.Baden-Baden-hilft.de

Übrigens kann man sich bei Ricarda Feurer auch "einfach so" melden, wenn man Lust hat, sich irgendwo ehrenamtlich zu engangieren! Möglichkeiten gibt es genug!


Vor dem Internetauftritt hat man die Freiwilligen übrigens so gesucht: Per Zeitungsanzeige. Effektiv, aber auf Dauer zu teuer.